
Foto: Thor Ivar Hansen
Bei Lindesnes herrschen die gleichen, extremen Wetterverhältnisse wie am Nordkap: Starke westliche Ströme aus dem Skagerrak vermischen sich mit kräftigen Ostwinden und erzeugen enorme Strömungen. 12 - 14 m hohe Wellen fegen über die Schären. Der 50 m hohe Leuchtturm wird tonnenweise überspült. Himmel und Meer sind ein einziges Brausen.
An solchen Tagen kommen die Touristen nach Lindesnes. Hier suchen sie nach einer Urkraft, die sie sonst nicht finden können. Nichts kann sich mit der Spannung messen, ein schäumendes, wütendes Meer aus der Nähe zu erleben.
Der Leuchtturm
Lindesnes bedeutet "wo das Land abbiegt". Schon in der Wikingerzeit war die Küste hier gefürchtet, und das nicht ohne Grund. Es gibt zahlreiche Berichte über Schiffbrüche und über Schiffe, die an beiden Seiten der Küste auf fahrbares Wetter warteten.
Der erste Leuchtturm kam in Lindesnes im Jahre 1655 in Betrieb. Er bestand aus einem Kohlenfeuer, und 30 große Talgkerzen wurden hinter Glasscheiben entzündet. Heute ist - bei guter Sicht - das Leuchtsignal aus 19,4 Seemeilen Entfernung zu sehen. Nur selten ist es windstill und der Meeresspiegel ruhig. An solchen Tagen wechselt die Farbe gegen Abend von dunkelblau bis rosa.
Erlebnisse das ganze Jahr über
Im Mai und Juni blühen Strandnelken in allen Felsspalten. Im August leuchtet das Land hinter dem Leuchtturm im Lila von Heidekraut. Im Spätherbst färbt sich das Meer graugrün. Im Oktober sammeln sich scharenweise Zugvögel um den Turm. Wenn im November dunkle Nebelschwaden den Turm umhüllen, kann man hören, wie tausende von Drosseln ihn umkreisen. Die Lichtkegel halten die Vögel in ihrem Bann, und auch Eulen sind zu sehen.
Kein Tag gleicht auf Lindesnes dem anderen.
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